Türkei – Auf dem Weg in die EU
Neue Länderstudie Türkei des Enterprise Europe Network der Hessen Agentur veröffentlicht

Seit etwa acht Jahren gehört die Türkei zu den Ländern mit dem stärksten
Wirtschaftswachstum. Auf Platz 16 der Rangliste der größten Wirtschaftsnationen hat es die Türkei unter Erdogan gebracht. Mit über 70 Millionen potenziellen Konsumenten, einer jungen Bevölkerung und einem dynamischen Privatsektor bietet die Türkei einen Binnenmarkt mit großem Investitionspotenzial und vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten. Istanbul als eine der ältesten Handelsmetropolen der Welt ist seit Jahrhunderten wichtigstes Finanz- und Wirtschaftszentrum des Landes. Danach folgen Wirtschaftszentren wie Ankara, Bursa – seit Oktober 2010 hessische Partnerregion – und Izmir.

In wenigen Jahrzehnten hat sich die türkische Wirtschaft von einer Agrarökonomie zu einer differenzierten Volkswirtschaft entwickelt. Die Türkei ist die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft in Europa. Einer Studie der Investment-Bank Goldman Sachs zufolge soll die Türkei bis zum Jahr 2050 zur neuntgrößten Wirtschaft der Welt werden sowie zur drittgrößten in Europa. Der "Economist" nannte die Türkei bereits das "China Europas", die Rating-Agentur Standard & Poors stufte das Land kürzlich hoch. Die Märkte glauben an den Bosporus-Boom - und auch viele junge Deutsch-Türken, die zurück in das Land ihrer Eltern und Großeltern ziehen und dort ihr Glück suchen.

Nach wie vor ist die Wirtschaftsstruktur des Landes von großen regionalen
Ungleichgewichten geprägt: Es herrscht ein ausgeprägtes Ost-West-Gefälle. Den modernen Sektoren des Westens steht in den östlichen Landesteilen eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte, traditionelle Arbeits- und Denkweise gegenüber.

Über ein Drittel der türkischen Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft tätig. Etwa die Hälfte der gesamten Landesfläche der Türkei wird landwirtschaftlich genutzt (41 Millionen Hektar). Angebaut werden unter anderem Oliven und Tabak, Getreide sowie diverse Obst- und Gemüsesorten. Die Türkei ist das weltweit führende Erzeugerland für getrocknete Feigen, Haselnüsse, Sultaninen/Rosinen und getrocknete Aprikosen. Die Nahrungsmittelindustrie ist
weitaus besser entwickelt als in den Nachbarländern. Das Land ist einer der größten Exporteure von Agrarerzeugnissen in der EMEA-Region (Osteuropa, Naher Osten und Nordafrika) und verfügt über eine deutlich positive Handelsbilanz. Die Türkei verfügt auch über die größte Produktion von Milch- und Molkereiprodukten in der Region.

Des Weiteren gehört die Türkei zu den sieben größten Baumwollproduzenten weltweit. Die Textilindustrie erhält somit ihren wichtigsten Rohstoff aus dem eigenen Land. Die Türkei setzt hierbei auf Qualität, um sich von der starken Konkurrenz aus Fernost, vor allem aus China, abzuheben.

Die 18-seitige Länderstudie liefert noch viele weitere Informationen zu den Wirtschaftsbeziehungen Deutschland-Türkei, erörtert die Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten für ausländische Investoren und liefert eine Liste von nützlichen Kontakten und Links. Die Studie finden Sie hier.