Erfolgsgeschichten aus Hessen


Kontakt zum passenden Konsortium nur wenige Mausklicks entfernt

Dr. S. Spieckermann, SimPlan AG

Die SimPlan AG ist einer der führenden deutschen Simulationsdienstleister im Bereich der Materialflusssimulation. Seit 1992 begleitet SimPlan Unternehmen aller Branchen in der Analyse und Optimierung ihrer Unternehmensabläufe. Die Dienstleistungen erstrecken sich von der klassischen Ablaufsimulation bis zur Unterstützung bei der Auswahl und Implementierung von Simulationssoftware. Der Stammsitz der SimPlan AG ist Maintal. Hinzu kommen vier Niederlassungen und drei Beteiligungsunternehmen in Deutschland. Standorte außerhalb Deutschlands sind in der Slowakischen Republik, in Österreich, in Shanghai und seit dem Sommer 2012 auch in Dubai. Mit Unterstützung des EEN Hessen fand SimPlan ein europäisches Projektkonsortium, an dem es sich beteiligte. Im Interview schildert der Vorstand Dr. Sven Spieckermann seine Erfahrungen mit EU-Projekten.

 

Wie sind Sie auf die Dienstleistungen des EEN Hessen aufmerksam geworden?

Ich koordiniere ein LOEWE*-Projekt, war dadurch mit der Hessen Agentur in Kontakt und wurde so auch auf Veranstaltungen des EEN aufmerksam. Ich besuchte zunächst eine Informationsveranstaltung zu EU-Förderprogrammen in Darmstadt, danach auch einen Unternehmersprechtag in Hanau, den das EEN jährlich mit Partnern organisiert. In einem Beratungsgespräch erhielt ich viele Hinweise zum Serviceangebot des EEN, was Beteiligung an EU-Projekten angeht oder die europaweite Vermarktung meiner Produkte und Dienstleistungen.

 

Wie wurden Sie Partner in dem europäischen Projektkonsortium?

Ich habe schon Erfahrungen als Partner in zwei EU-Projekten sammeln können. Ausschlaggebend für das aktuelle Projekt war, dass ich über den elektronischen Aboservice des EEN ein Gesuch eines britischen Unternehmens erhielt, das noch Partner für ein EU-Projekt benötigte. Dieses Projekt mit dem Titel „Providing Responsive Onsite Manufacturing Solutions“ sollte im Programm NMP „Nanotechnologien, Werkstoffe und Produktion“ des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU im Bereich „Fabriken der Zukunft“ eingereicht werden. Es geht dabei um den Aufbau modularer, geschlossener Systeme aus recycelten Aluminiumplatten. Sie sind nutzbar als flexible Produktionsstätten mit funktionalen Arbeitsbereichen für unterschiedliche Produktionsanforderungen. Sie können beim Kunden vor Ort aufgebaut werden und sind kohlenstoffneutral. Über das EEN nahm ich Kontakt mit dem britischen Koordinator auf und schickte einen Vorschlag für meinen Beitrag im Projekt. Wir wurden uns schnell einig, so dass SimPlan nun substanzielle Beiträge zu zwei „Workpackages“ leisten wird, sollte der Antrag akzeptiert werden. Er wurde Anfang Dezember 2012 eingereicht.

 

Was ist aus Ihrer Sicht der Nutzen des Aboservices?

Der Service bietet Informationen zu Technologieangeboten und –gesuchen in sehr kompakter Form. Man sieht sehr schnell, ob etwas Interessantes dabei ist. Für den Nutzer ist der Aufwand minimal: Man muss sich nur registrieren und Stichworte für die Suche auswählen. Dann erhält man in regelmäßigen Abständen, die man selbst festlegt, Informationen. Bei Interesse klickt man auf einen Link und gibt damit eine Interessensbekundung ab, die das EEN erhält. Es besorgt detaillierte Informationen und sendet die Adresse des Anbieters oder des Suchenden. Der Kontakt zur ausländischen Firma oder Hochschule und damit zu potenziellen gemeinsamen Projekten ist also nur wenige Mausklicks entfernt.

 

Was macht es für Sie als mittelständisches Unternehmen interessant, an einem EU-Forschungsprojekt teilzunehmen? Was ist der Mehrwert?

Für mich ist die Vernetzung neben dem finanziellen Aspekt das wichtigste. Es ist spannend, mit wem man europaweit über die Arbeit in einem gemeinsamen EU-Projekt in Kontakt kommt. Es ist eine Bereicherung und eine Chance, mit Leuten aus europäischen Ländern zusammen zu arbeiten, die man sonst nicht kennen gelernt hätte. Viele Kontakte bewähren sich über das konkrete Projekt hinaus. Außerdem tut sich Neues auf, man bekommt Ideen für weitere Forschung und hat natürlich einen fachlichen Know-how-Gewinn über die Partner im Projekt. Man lernt potenzielle Kunden kennen. Nicht zuletzt gewinnt man auch wichtiges Know-how im Projektmanagement hinzu. Über die Laufzeit von zwei bis drei Jahren müssen 15 bis 18 Partner gemanagt werden. Da lernt man vom Projektkoordinator und kann das Wissen dann für andere Projekte einsetzen.

In einem EU-Projekt hat man die einmalige Chance, in einem teilgeschützten Raum etwas auszuprobieren, was ein Risiko birgt. Man weiß beim Projektstart nicht, ob die gewünschten Ergebnisse des Forschungsprozesses erreicht werden. Ich kann nur jedem innovativen Mittelständler, der sein eigenes Portfolio regelmäßig erweitert, raten, an einem EU-Projekt mitzuarbeiten.

 

Was sollten Mittelständler beachten, wenn sie sich an einem EU-Projekt beteiligen wollen?

Man sollte als „Einsteiger“ nicht gleich die aufwändige Projektkoordination übernehmen und zunächst Erfahrungen in der Rolle als Partner sammeln. Und auch hier gibt es Abstufungen. Man hat die Wahl, ob man „Workpackages“ leiten will oder nur mitarbeitet. Von den Partnern sollte man sich einiges „abschauen“, bevor man selbst mehr Verantwortung übernimmt. Zum Beispiel sind die Vertreter von Universitäten und Forschungseinrichtungen oft Projektmanagement-Profis. Sie helfen auch, wenn man sich an sie wendet. An andere deutsche erfahrenere Partner sollte man sich ebenfalls halten – von ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz kann man als Einsteiger sehr profitieren.

Aus meiner Sicht wiegen die Vorteile einer Beteiligung an einem EU-Projekt den zusätzlichen Aufwand bei weitem auf.

 

Dr. Sven Spieckermann, Vorstand
SimPlan AG
www.simplan.de

 

(*LOEWE: hessisches Programm zur Förderung von Forschungsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen im Verbund mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen, wird von der Hessen Agentur koordiniert)


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