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Änderungen in der EU-Förderlandschaft als Folge der neuen Förderperiode

|   Hamburg / Schleswig-Holstein Lokalnachrichten

Inzwischen sind die meisten Förderprogramme der Europäischen Union (EU) voll im Gange und haben ihre ersten Ausschreibungen geöffnet. Wie bisher unterstützt die EU Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere Organisationen mit einer Vielzahl von Förderprogrammen und Finanzierungsinstrumenten bei der Umsetzung von innovativen Vorhaben oder der Erschließung neuer Märkte. In diesem Artikel haben wir für Sie einige neue Entwicklungen der EU-Förderlandschaft 2021-2027 zusammengefasst.

EU-Mittel zur Krisenbewältigung und Erholung der Wirtschaft in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

Zusätzlich zum normalen langfristigen EU-Haushalt ist ein temporäres Aufbauinstrument „NextGenerationEU“ eingerichtet worden. Diese Mittel werden unter anderem dazu dienen, den weitreichenden wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie entgegenzuwirken. Dementsprechend wurden Fördermittel im Rahmen der „Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas“ (REACT-EU) bereitgestellt. Diese werden über den Europäischen Sozialfonds (ESF+) und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt. Schwerpunktmäßig werden zukunftsweisende Projekte in den Bereichen Innovation, Digitalisierung, Klimaschutz und Beschäftigung gefördert. Bitte beachten Sie die kurzfristigen Antragsfristen. Weil diese Mittel die Krisenbewältigung unterstützen sollen, werden die Mittel für die Jahre 2021-2022 bzw. 2023 eingesetzt. 

Weitere Informationen zu REACT-EU in Hamburg und Schleswig-Holstein:

Wegen NextGenerationEU findet in manchen Programmen übrigens „frontloading“ statt, d.h. dass einige Mittel bereits in den ersten Jahren der Förderperiode gebunden sein müssen und nicht flexibel über die gesamte Programmlaufzeit (2021-2027) verteilt werden können. Dies wird beispielsweise beim neuen Investitionsprogramm InvestEU der Fall sein. 

Förderprogramme als Spiegelbild der aktuellen politischen Prioritäten der EU

In den EU-Förderprogrammen spiegeln sich insbesondere die politischen Ziele, Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent und fit für das digitale Zeitalter zu machen, wider. Zum Beispiel sollen zum ersten Mal ganze 30 Prozent des EU-Haushalts für die Bekämpfung des Klimawandels verwendet werden. Die Prioritäten zeigen sich in der EU-Förderlandschaft in unterschiedlicher Art und Weise: in Form eines komplett neuen Förderprogramms bis hin zu erheblichen Aufstockungen oder neuen thematischen Bereichen in bereits bekannten Förderprogrammen. In manchen Programmen, z.B. „Kreatives Europa“, wird der mögliche Beitrag zu Klima- und Umweltzielen noch geprüft und soll bei späteren Ausschreibungen gegebenenfalls berücksichtigt werden.

Neues Förderprogramm: Digitales Europa

Ein völlig neues Förderprogramm ist „Digitales Europa“, das sich auf das Vorantreiben des digitalen Wandels in Europa konzentriert. Das Arbeitsprogramm für die ersten Jahre ist noch nicht veröffentlicht worden. Auch wenn der Hauptfokus des Programmes auf staatlicher Ebene liegt, nämlich der Entwicklung der Kapazitäten der EU-Mitgliedstaaten, wird es ebenso Beteiligungsmöglichkeiten für Organisationen geben. So soll bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) beispielsweise der Einsatz von „Advanced Computing“ ausgeweitet werden. Außerdem sollen KMU und Start-ups, die effiziente Technologien und Geschäftsmodelle für das zukünftige Leben und die nachhaltige Fortbewegung in Städten entwickeln, unterstützt werden. Ab 2022 können KMU auch Unterstützung beim digitalen Wandel durch die „European Digital Innovation Hubs“ erhalten, die als Anlaufstellen für den Zugang zu Fachwissen, den Aufbau von Digitalisierungskompetenzen, Finanzierungsberatung usw. europaweit eingerichtet werden sollen.

Entwicklungen in bereits bestehenden Förderprogrammen

Bei manchen bereits bestehenden Förderprogrammen ist das Budget jetzt deutlich größer als in der letzten Förderperiode. Hier ein paar Beispiele von erheblichen Aufstockungen:

  • Die prozentuale Steigerung ist beim Gesundheitsprogramm „EU4Health“ am größten. 2021-2027 hat EU4Health ein Budget von 5,1 Mrd. Euro (gegenüber 449 Mio. Euro für den Zeitraum 2014-2020)    
  • Das Erasmus+ Budget wurde fast verdoppelt auf 26,2 Mrd. Euro (gegenüber 14,7 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020). Eine Übersicht über Erasmus+ finden Sie übrigens in diesem Artikel.
  • Das Budget des Umwelt- und Klimaprogramms LIFE wurde auf 5,4 Mrd. Euro erhöht (gegenüber 3,4 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020)

Neues in der Antragstellung

Natürlich war der Start der neuen Periode auch Anlass, den Antragsprozess zu optimieren. Im EIC Accelerator zum Beispiel, der bahnbrechende Innovationen von Start-ups und KMU fördert, wurden neue Schritte im Antragsprozess eingeführt. Weitere Informationen zum EIC Accelerator finden Sie übrigens in diesem Artikel. Zudem läuft die Antragstellung jetzt bei nahezu allen Programmen über das zentrale „Funding and Tenders“-Portal, das in der vergangenen Förderperiode zunächst für Forschungsprojekte aufgesetzt worden war.

Aktuelle Situation bei den Strukturfonds (einschließlich Interreg)

Bei den Strukturfonds, also den Programmen zur Unterstützung der regionalen Entwicklung in der EU wie ESF und EFRE wird es noch einige Monate dauern, bevor Ausschreibungen im Rahmen der neuen Förderperiode öffnen. Dies gilt auch für die sogenannten Interreg-Programme zur Förderung der grenzüberschreitenden territorialen Zusammenarbeit in Europa. Die Eckpunkte der neuen Programme stehen aber schon fest und können hier für Interreg Deutschland-Danmark, hier für Interreg Ostsee und hier für Interreg Nordsee eingesehen werden.

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