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Fachkräfte international gewinnen: EU sucht Praxiswissen aus dem Mittelstand

Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus dem EU-Ausland ist für viele kleine und mittlere Unternehmen längst keine Option mehr, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch wer grenzüberschreitend rekrutiert, kennt die Hürden: unklare Anerkennungsverfahren, langwierige Prozesse, fehlende Transparenz bei Qualifikationen und Unsicherheiten bei Abschlüssen aus Drittstaaten.

Mit der Initiative „Skills Portability“ will die Europäische Kommission genau hier ansetzen und ruft Unternehmen zur Mitwirkung auf. Sagen Sie der EU Ihre Meinung.

Wo hakt es in der Praxis?

Im Mittelpunkt der Konsultation stehen konkrete Erfahrungen aus der Unternehmensrealität. Gefragt wird unter anderem:

  • Wie verständlich, vertrauenswürdig und praxistauglich sind Qualifikationen aus anderen EU-Mitgliedstaaten?
  • Wie funktionieren die Anerkennungsverfahren für reglementierte Berufe?
  • Welche Herausforderungen bestehen bei Abschlüssen und Kompetenzen von Drittstaatsangehörigen?

Gerade für KMU sind diese Fragen entscheidend. Fehlende Planbarkeit im Anerkennungsprozess bedeutet Verzögerungen bei Einstellungen, zusätzliche Kosten und im Zweifel unbesetzte Stellen.

Was plant die EU?

Die Initiative, deren mögliche gesetzgeberische Umsetzung für das dritte Quartal 2026 vorgesehen ist, verfolgt mehrere strategische Ansätze:

Lern- und Qualifikationsnachweise sollen stärker digitalisiert werden. Die Transparenz von Kompetenzen und Abschlüssen soll verbessert werden. Anerkennungsverfahren für reglementierte Berufe sollen modernisiert werden. Zudem wird ein EU-weiter Rahmen geprüft, um die Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen von Drittstaatsangehörigen zu vereinfachen.

Ziel ist es, die Mobilität von Arbeitskräften innerhalb Europas zu erleichtern, den Binnenmarkt zu stärken und dem strukturellen Fachkräftemangel wirksamer zu begegnen. Gleichzeitig soll der administrative Aufwand für Arbeitgeber und Beschäftigte reduziert werden.

Warum Ihre Beteiligung zählt

Die Europäische Kommission betont ausdrücklich die Rolle von KMU als zentrale Stakeholder der Initiative. Ihre Rückmeldungen fließen direkt in die Ausgestaltung möglicher legislativer Maßnahmen ein.

Die SME Panel Survey ist noch bis zum 25. März 2026 geöffnet. Die Umfrage steht in mehreren nationalen Sprachversionen zur Verfügung.

Machen Sie mit, hier geht es zur Umfrage in EUSurvey (auch auf Deutsch).