Interreg A: Vier neue Projekte stärken Digitalisierung, KI und Kreislaufwirtschaft in der Grenzregion
Im Interreg A-Programm Deutschland–Nederland wurden vier weitere Projekte mit niedersächsischer Beteiligung bewilligt. Sie adressieren zentrale Zukunftsthemen – von digitaler Transformation in kleinen und mittleren Unternehmen über den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen bis hin zu klimafreundlichen Wertschöpfungsketten und einer effizienten Hafenlogistik. Insgesamt fließen dafür rund 7 Millionen Euro EU-Mittel in die Region, ergänzt durch 1,5 Millionen Euro Kofinanzierung des Landes.
Vier Projekte, vier Innovationsfelder
DIGITA(A)L-FLOW – Digitalisierung in KMU praktisch umsetzen
Mit DIGITA(A)L‑FLOW wird die digitale Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen gezielt unterstützt. Ein Potenzialcheck ermittelt individuelle Bedarfe, Mitarbeitende werden zu „Digiscouts“ qualifiziert und grenzüberschreitende NL‑DE‑Tandems ermöglichen praxisnahe Verbesserungsprozesse. Für den strukturierten Wissensaustausch entwickelt D-FLOW eine Best-Practice-Datenbank. Außerdem findet ein grenzüberschreitendes Digiscout-Treffen statt, bei dem NL und DE Unternehmen voneinander und von Experten lernen.
Gesamtkosten: 3.158.357,77 Euro, EU-Fördermittel (EFRE): 1.589.035,58, Landesmittel: 340.507,56 Euro
NeoVitAI – Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll in die Neonatologie integrieren
NeoVitAI entwickelt Strukturen und Standards, um KI‑Anwendungen sicher, ethisch und rechtskonform im Gesundheitswesen einzuführen. Anwendungsbeispiel ist die Neonatologie mit dem flexiblen System „Neolook ONE“. Die gewonnenen Erfahrungen bilden die Grundlage für breitere Kooperationsmodelle und eine Skalierung innerhalb des Gesundheitswesens in beiden Ländern sowie in Europa und sollen als Blaupause für weitere Einrichtungen in beiden Ländern dienen.
Gesamtkosten: 4.298.046,41 Euro, EU-Fördermittel (EFRE): 2.164.309,44 Euro, Landesmittel: 463.780,47 Euro
Watts in Grass!? – Energie und hochwertige Produkte aus Gras
Das Projekt zeigt, wie grasreiche Reststoffströme und Gärreste zu nachhaltiger Energie und hochwertigen Produkten werden können. Das Projekt fokussiert sich dabei auf die gesamte Grasverarbeitungskette. Unter anderem werden in einer praktischen Demonstration mehrere moderne Umwelttechnologien kombiniert: Gras wird effizienter vergoren, CO2 aus Biogas wird mit grünem Wasserstoff aus dem Gärrest in zusätzliches Methan umgewandelt, Stickstoff wird entfernt, um die Emissionen zu verringern, und faserreiche Reststoffe werden zu hochwertiger Biokohle verarbeitet.
Gesamtkosten: 4.921.593,86 Euro, EU-Fördermittel (EFRE): 2.051.275,46 Euro, Landesmittel: 439.558,94 Euro
SCOBE – Häfen fit für zirkuläre und nachhaltige Logistik
SCOBE entwickelt nachhaltige und übertragbare Lösungen, um strukturelle Engpässe in (Binnen-) Häfen im niederländisch-deutschen Grenzgebiet abzubauen. Ziel ist es, rechtliche, organisatorische und logistische Barrieren zu beseitigen, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit behindern. Es arbeitet mit verschiedenen Hafenökosystemen, die als realitätsnahe Testumgebungen für die Entwicklung und Erprobung neuer Arbeitsmethoden dienen. Die Ergebnisse sollen europaweit übertragbar sein.
Gesamtkosten: 2.285.990,80 Euro, EU-Fördermittel (EFRE): 1.152.814,60 Euro, Landesmittel: 202.475,97 Euro.
Bei Fragen zum Interreg-Programm – auch für andere Regionen in Niedersachsen – stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung.